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Aktuell
Soziodrama

Definition
Das »Soziodrama« ist eine Variante Szenischen Arbeitens, bei der eine Gruppe gemeinsam und unter Anleitung eines entsprechend geschulten Regisseurs relevante Themen (vorwiegend aus dem Bereich der sozialen Kooperation) mittels improvisierter Rollenspiele exploriert. Ziel einer soziodramatischen Arbeit ist, die komplexe Dynamik sozialer Zusammen-
hänge mit ihren unterschiedlichen Interessen und Sichtweisen verstehen zu können und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Ziel
Die Soziodramatische Arbeitsweise ist wie alle Szenischen Arbeitsformen ein höchst machtvolles und komplexes Verfahren, das mit den unterschiedlichs-
ten Zielsetzungen eingesetzt werden kann. Als Instrument der Organisa-
tionsentwicklung können mit Hilfe von Soziodramen innerbetriebliche Abläu-
fe optimiert werden, aber auch das Zusammenspiel mit »stakeholdern« und »shareholdern«, mit der Öffentlichkeit, mit Kunden, Konkurrenten usw. untersucht werden. Im Rahmen von Trainingsmaßnahmen kann ein sozio-
dramatisches Arbeiten zur Schulung aller Arten von sozialer Kompetenz genutzt werden, sowie zur Entwicklung einer Systemischen Betrachtungs-
weise. Der große Vorteil des Soziodramatischen Vorgehens besteht in der Entwicklung einer szenisch-systemischen Perspektive, in der die subjektiven Sichtweisen einzelner Interessensgruppen enthalten sind. Diese »Allpartei-
lichkeit« erlaubt es, einen erlebnisnahen Eindruck von der Wechselwirkung der verschiedenen Kräfte zu gewinnen, die im untersuchten Szenario vor-
handen sind.


Literaturhinweise
- Storch, Maja / Roesner, Dieter 1995:
Soziodrama und Moderation als Methoden der Organisationsentwicklung. in: Psychodrama, S. 77-94
- Wiener, Ron 1997:
Soziodrama praktisch (dt. Auszug aus: Wiener, Ron: Creative training. London: Kingsley 1997)
- Wittinger, Thomas (Hrsg.) 2005:
Handbuch Soziodrama. Die ganze Welt auf der Bühne. Wiesbaden: VS-Verlag