„Von allem, was der Mensch baut und aufbaut, gibt es nichts Besseres und Wertvolleres als Brücken.“

 

Ivo Andric

 

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Programm / Therapie mit Erwachsenen

Kennzeichnend für die psychodramatische Arbeitsweise in Beratung und Psychotherapie mit Erwachsenen ist bis heute die Haltung J.L. Morenos den Menschen in seiner Ganzheit und mit seinen Potentialen wahrzunehmen. Moreno setzte auf Kreativität und Spontaneität. Sein Weg ist die Wahrheit der Seele handelnd zu erkunden.

Auf diese Weise werden hervorragende Ergebnisse nicht nur in der Analyse und Bearbeitung der inneren Dynamik von sozialen Beziehungen und Gruppierungen, sondern auch in der Bearbeitung innerseelischer Konfliktlagen der Persönlichkeit erzielt. Dieser Ansatz ist daher sowohl psychodynamischem Denken, als auch dem Menschenbild der humanistischen Psychologie verpflichtet und setzt auf die Entfaltung schöpferischer Handlungspotentiale, das wahre zweite Mal und auf das menschliche Potential von lebenslangen seelischen Wachstums- und Veränderungsprozessen.

Das Psychodrama findet im Kontext von Beratung und Psychotherapie mit Erwachsenen heute sowohl seinen Einsatz im Einzelsetting (Monodrama) wie klassischer Weise im Gruppen-setting. Es wird in allen Formen der Beratung genauso praktiziert, wie in seiner störungsspezifischen Anwendungsweise in der Behandlung von allen psychischen Erkrankungen unterschiedlicher Schweregrade und in der Rehabilitation z. B. suchtkranker Menschen.

Krisen und Suizid (233117)

Fr. 22.03.2024 (14:00 - 14:00 Uhr) - So. 24.03.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Anne Pankau

Eine Krise ist die Zuspitzung einer Lebenssituation, in der bekannte und gekonnte Bewältigungsstrategien nicht mehr funktionieren. Anlässe dafür können äußere und innere Veränderungen sein, Einbrüche im Lebens- und Selbstkonzept verursacht durch Verluste, traumatische Erlebnisse, Kränkungen, psychische und andere Erkrankungen oder Entwicklungsherausforderungen. Etwas greift für die betroffenen Menschen gefühlt radikal in ihr Leben, Selbst- und Sinnverständnis ein und kann nicht gemeistert werden. Suizid steht in diesem Kontext häufig für einen letzten Ausweg. Er ist die verzweifelte Antwort auf Sinn- und Beziehungsverlust und gleichzeitig ein Versuch, Ohnmacht zu überwinden, handlungsfähig und selbstbestimmt zu bleiben. Häufig verbergen sich in Suizidphantasien und suizidalem Handeln Lebenswünsche, manchmal aber auch toxische Beziehungsangebote. Das Sterben wird tatsächlich häufig nicht mitbedacht.

Angehörige und Helfer*innen fordert beides heraus: Krisen mit ihren heftigen Affekten, Suizidalität mit ihrer existentiellen Gefährlichkeit. Es entsteht der Eindruck, man solle schnell handeln und darf nichts falsch machen.
Wie kann mit Menschen in diesen existentiellen Krisen eine hilfreiche, unterstützende und annehmende Begegnung gelingen, die im besten Fall Lebensmöglichkeiten eröffnet?

In diesem Seminar entwickeln wir ein gemeinsames vertieftes Verständnis für Situationen des Leben und Sterben Wollens, für Suizidalität und Suiziddynamiken. Wir beschäftigen uns mit diagnostischen Einschätzungen, die helfen, den Kontext und die Gefährlichkeit vorhandener Suizidalität einzuschätzen, mit Möglichkeiten der Krisenintervention und Stabilisierung. Und was tun, wenn es geschehen ist?
Wir bewegen uns in Szenen, gehen in Kontakt mit dem Thema – so wie es auch im Umgang mit suizidalen Menschen oft hilfreich ist.

Dieses Seminar ist Teil der Kompaktqualifikation "Humanistische Psychotherapie" (zu finden auf Seite ...), kann aber separat gebucht werden.

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden auf Wunsch beantragt. (Bearbeitungsgebühr 20,00 Euro). 

Wie konnte das passieren? Rückfall konkret! Der Hilflosigkeit begegnen. (241502)

Fr. 19.04.2024 (15:00 - 18:00 Uhr) - Sa. 20.04.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Carina Mall

Anhand von psychodramatischen Suchtmodellen wollen wir uns dem Rückfallgeschehen annehmen und unterschiedliche psychodramatische Möglichkeiten der Rückfallbearbeitung kennenlernen, die Sie in Ihrem Berufsalltag anwenden können.

Mit Hilfe von eigenen Fallbeispielen werden wir uns verschiedene Rückfallsituationen anschauen und versuchen, diese zu verstehen, um einen Ausstieg aus der Suchtspirale zu ermöglichen.

In Kooperation mit dem Moreno Institut Edenkoben/Überlingen

"Ich könnt ja, wenn ich wollt...!" (241503)

Fr. 26.04.2024 (15:00 - 18:00 Uhr) - Sa. 27.04.2024 in Freiburg
DozentInnen: Eva Bodenmiller

Wie verändern Menschen ihr Verhalten oder können für eine Veränderung motiviert werden? Mit Morenos Idee vom kreativen Potenzial des Menschen, sowie dem psychodramatischen Selbstverständnis von Wahlfreiheit und Einfühlung in das Gegenüber, nähern wir uns in diesem Seminar den Grundlagen der „Motivierenden Gesprächsführung“ nach Miller/Rollnick.

Sie erwerben spezifische Handlungskompetenzen im Umgang mit ambivalenten Menschen und erfahren, wie die Veränderungsabsicht der Klient*innen gestärkt werden kann. Durch die kreativen Methoden des Psychodramas können innere Ambivalenzen sichtbar gemacht und Widerstände aufgespürt werden. Sie erfahren, welche Rolle Sie als beratende Person einnehmen möchten und wie Sie Ihre Klient*innen ermächtigen, die „richtigen“ Entscheidungen zu treffen, um wieder handlungsfähig zu werden.

Anmeldungen über das Moreno Institut Edenkoben/Überlingen: https://www.moreno-psychodrama.de

Virtuos und motiviert die Stärken der Gruppenteilnehmenden aktivieren! (244205)

Fr. 14.06.2024 (15:00 - 13:00 Uhr) - So. 16.06.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Gis Valenta

Wie kann ich als Gruppenleitung die Stärken und die Ressourcen der einzelnen Teilnehmer*innen so wecken, dass sie aktiv und motiviert am Gruppengeschehen teilnehmen? Gemeinsam wollen wir Handwerkszeug kennenlernen und erleben, das uns hilft, sowohl die Gruppe als auch die Einzelnen im Blick zu haben. Dabei werden wir uns auch mit der Frage der Gruppengröße und des passenden Tempos, Timings beschäftigen. Ganz besonders soll die Rolle der Leitung in diesem Prozess beleuchten werden: Was passt zu mir, damit das Abenteuer Leitung gelingt? Und wie gehe ich mit meinen Unsicherheiten und Ängsten konstruktiv um?

Diese und andere Fragen der Kolleg*innen, die in Gruppensettings arbeiten, werden wir uns an diesem Wochenende aktiv anschauen.

Provokativer Stil (249102)

Fr. 14.06.2024 (14:30 - 13:00 Uhr) - So. 16.06.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Wolfgang Kocher

Die Provokative Therapie ist eine von Frank Farrelly entwickelte Form der Psychotherapie, in der mit humorvoller Provokation der Widerspruchsgeist, die Selbstverantwortung und die Eigenständigkeit des Klienten oder der Klientin geweckt und entwickelt werden sollen.

An diesem Wochenende werden provokative Interventionen spielerisch in Szene gesetzt, Weltbilder liebevoll karikiert und die wohlwollende Grundhaltung der provokativen Arbeit eingeübt !
Dabei kommt auch der Humor nicht zu kurz :
Wir karikieren mit der LKW -Methode liebevoll Weltbilder und lassen uns vom Charme der wohlwollenden und unterstützenden Grundhaltung des provokativen Stils verzaubern.
Diese Grundhaltung ist wichtiger als der Einsatz besonders ausgefeilter Techniken.

Rausch des Lebens - Grundlagenseminar zu Rausch, Sucht und Abhängigkeit (241504)

Fr. 28.06.2024 (12:00 - 17:00 Uhr) - Sa. 29.06.2024 in Ludwigsmühle Landau
DozentInnen: Dirk Gastauer

Der gesellschaftliche Umgang mit Rauschmitteln aller Art ist kein leichter, viele Unsicherheiten gehen damit einher. Die Frage "Was ist zuviel?", Stigmatisierung, Konflikte u.v.m. sind die negativen Folgen davon. Sowohl im persönlichen Umfeld als auch in sozialen Berufen sind Themen wie Rauschmittelkonsum, abhängiges oder risikohaftes Verhalten bis hin zu Suchterkrankungen eher Alltag als Randerscheinung.
In diesem Seminar werden für den privaten und beruflichen Bereich Grundlagen rund um das Themenfeld Sucht und psychoaktive Substanzen vermittelt. Es bietet zudem einen Reflexionsrahmen für eigene Berührungspunkte und vermittelt Handlungsansätze, die anschließend in die eigene Arbeit und/oder das soziale Umfeld übertragen werden können.

Anmeldungen über das Moreno Institut Edenkoben/Überlingen: https://www.moreno-psychodrama.de

Spontaneität und Konserve (244207)

Fr. 12.07.2024 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 14.07.2024 in Frankfurt Main
DozentInnen: Manfred Dietl

Als Konserven werden in diesem Zusammenhang stabile Strukturen von Verhaltensabläufen bezeichnet, die zuverlässig funktionieren. In dieser Eigenschaft haben Konserven sowohl positive als auch negative Aspekte. Jedes gelernte Verhalten, das bereits in einer anderen, vergangenen Situation entstanden ist, kann als eine Konserve bezeichnet werden.
Bindungs- und Beziehungskonserven sind deshalb für uns attraktiv, weil sie für Konstanz und Vorhersehbarkeit stehen. Greifen wir zu häufig auf alte eingefahrene Handlungsmuster zurück, dann verlieren wir Spontanität und Kreativität.
Wir untersuchen Spontaneität und Kreativität auf ihrem Weg zur Konserve. Wo brauchen wir die Konserve und wo verhindert sie Begegnung? An welcher Stelle lohnt es sich die Konserve zu verlassen, um sich neuem Handeln zu widmen?

Wir wollen unbewusste Handlungsmuster, die wir in Paar-, Familien-, Lebens- sowie Arbeitsbeziehungen leben, entdecken und uns bewusst machen. Die abgebildeten Konserven können im Protagonistenspiel überprüft und in „neuem“ Handeln erprobt werden. Donald Winnicotts „wahres und falsches Selbst“ wird genauso eine wichtige Rolle spielen wie Morenos „Kreativer Zirkel“.

Sonderwegs unterwegs – Geradewegs abwegs? (245105)

Fr. 12.07.2024 (15:00 - 13:00 Uhr) - So. 14.07.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Peter Vogel-Dittrich

Unser Leben verläuft nicht immer geradlinig. Welche Sonderwege haben Sie bereits eingeschlagen? Auf welchen Sonderwegen befinden Sie sich gerade oder welche sehen Sie vor sich? In diesem Seminar wollen wir diese Richtungswechsel erkunden.
Wir erforschen die Dynamiken, die sich dadurch ergeben und treten auf der Bühne in Dialog mit den Stimmen im Innen und Außen: welche Personen oder inneren Anteile motivieren Sie und geben Ihnen Kraft? Wer oder was bremst Sie dagegen aus? In der psychodramatischen Inszenierung soll auch ein guter Umgang mit diesen verschiedenen Stimmen gefunden werden, sodass sich der Sonderweg stimmig für Sie anfühlt.
Vorerfahrungen im Psychodrama sind nicht erforderlich, es reicht neugierig auf Neues zu sein.

Aufstellungsarbeit nach Moreno in Organisationen, Teams, Gruppen und Familien (246104)

Fr. 27.09.2024 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 29.09.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Peter Wertz-Schönhagen

Die Aufstellungsarbeit nach J.L. Moreno bietet eine wissenschaftlich fundierte Methode mit sehr langer Tradition in der Arbeit mit Familien, Teams, Gruppen und Organisationen. Durch den Einsatz vielfältiger psychodramatischer und soziometrischer Techniken wird das kreative Potential aller am Prozess Beteiligten freigesetzt.
In der Aufstellungsarbeit geht es um das innere Bild eines Einzelnen von seiner Familie, dem Team, der Gruppe oder Organisation. Aus der Vielfalt der psychodramatischen und soziometrischen Möglichkeiten wird jeweils die wirkungsvollste Form gewählt. Ziel ist es, verborgene Ressourcen aufzuspüren und zu aktivieren, versteckte Botschaften zu ergründen, Loyalitätskonflikte aufzudecken und damit zukunftsorientierte Lösungen zu entwickeln.
Dabei kommen Techniken wie Doppeln, Rollentausch und Spiegeln zum Einsatz.
Verschiedene Möglichkeiten zum Üben und Sich-Ausprobieren sind vorgesehen.

Der Zauberladen (244210)

Fr. 11.10.2024 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 13.10.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Peter Wertz-Schönhagen

J.L. Moreno führte den Zauberladen 1943 als therapeutische Technik ein. Kunden und Kundinnen, die den Zauberladen besuchen, werden eingeladen, sich immaterielle Wünsche zu erfüllen. Dafür müssen sie in Tauschverhandlungen einen selbstbestimmten Preis zahlen, der sich nicht in gängigen Währungen bemisst. Im Zauberladen können Fähigkeiten erworben werden, von denen man sich wünscht, mehr davon zu haben. Im Tausch gibt man dafür Eigenschaften oder Charakterzüge ab, von denen man genug hat. Durch spielerisches Verhandeln, besteht die Gelegenheit sich mit eigenen Wünschen und Fähigkeiten auseinanderzusetzen und deren Wert zu spüren. Die Käufer*innen kommen in Kontakt mit den eigenen Zielen und Werten und lernen den Preis dafür kennen, der mit dem Treffen einer Wahl verbunden ist.

An diesem Wochenende lernen Sie Ziel und Strategie des Zauberladens in verschiedenen Settings kennen. Sie lernen den Einsatz von Symbolen und Metaphern kennen und können sich als Zauberladenbesitzer*in üben.
In der Arbeit mit Anteilen, zur Exploration und in der Teamentwicklung kann diese Methode mit Freude und Humor eingesetzt werden.

Kompaktqualifikation Humanistische Psychotherapie - Schwerpunkt Psychodrama (241902)

Fr. 18.10.2024 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 25.01.2026 in Stuttgart
DozentInnen: Nikolas Danzinger

Als dritte Kraft neben Psychoanalyse und Behaviorismus nimmt die Humanistische Psychologie seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts einen wichtigen Platz in der Landschaft der psychologischen Theoriebildung ein. Die psychotherapeutischen Verfahren, die sich auf ihrer Grundlage entwickelt haben, sind vielfältig. Gemeinsam ist ihnen der humanistische Blick auf den Menschen und die Grundannahme, dass seelisches Wachstum ein Leben lang möglich und wünschenswert ist. Im breiten Fächer der humanistischen Verfahren nimmt das von J. L. Moreno entwickelte Psychodrama einen besonderen Platz ein, da es um die Kraft der psychischen Selbstorganisation durch äußeres Spielen auf der Psychodrama-Bühne weiß, diese nutzt und dabei ein authentisches Beziehungsangebot auf Augenhöhe macht. Als humanistische Psychotherapeut*innen ist es unser Ziel, Wahlfreiheit und Potentialentwicklung im Hier und Jetzt zu unterstützen. Dabei verstehen wir uns als gemeinsam Suchende beziehungsweise auf dem Weg Seiende.
Diese Kompaktqualifikation will das Zusammenwirken von humanistischer, psychodynamischer und psychodramatischer Theoriebildung in einem praxisnahen Konzept moderner Psychotherapie vermitteln. Verfahrensübergreifende Fähigkeiten und Behandlungstechniken in Beratung und Psychotherapie werden mit diagnostischen Aspekten und Behandlungsbesonderheiten verschiedener Krankheitsbilder verbunden.
Am Beginn stehen eine Einführung in das Menschenbild der humanistischen Psychotherapie sowie in das psychodynamische Konflikt- und Strukturmodell. Der diagnostische Blick wird geschärft, um ihn in den darauf folgenden Wochenenden durch vertiefte Einblicke in verschiedene Krankheitsbilder zu verfeinern, die beraterische und therapeutische Handlungskompetenz wird gestärkt. Themenschwerpunkte werden Depression, Psychose, posttraumatische Belastungsstörungen, Psychosomatik, Abhängigkeitserkrankungen, Persönlichkeitsstörungen sowie Suizid und Krisen sein.
Die Kompaktqualifikation richtet sich an alle Interessierten, sowie beraterisch, therapeutisch und supervisorisch arbeitenden Menschen. Vertreter*innen anderer therapeutischer Verfahren sind herzlich willkommen.
Die Kompaktqualifikation beinhaltet alle erforderlichen Sonderseminare für den Abschluss Psychodrama-Therapeut*in.
Für Vertreter*innen anderer humanistischer Verfahren sind die Seminare als Vertiefungsseminare zum Erwerb des Titels Humanistische Psychotherapie (AGHPT) anerkannt.

Alle Seminare sind auch einzeln buchbar, bei kompletter Buchung gewähren wir einen Preisnachlass.

Auf Wunsch werden Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt (Bearbeitungsgebühr 20,00 Euro je Seminar)

Die Einzelnen Seminare der Kompaktqualifikation finden Sie ab Seite .....

Theoretische Grundannahmen humanistischer Psychotherapie und tiefenpsychologisch (243110)

Fr. 18.10.2024 (14:30 - 13:00 Uhr) - So. 20.10.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Sabine Kern

Allen psychotherapeutischen Schulen ist gemein, dass sie versuchen, Beeinträchtigungen des seelischen Erlebens sowie des daraus folgenden Handelns systematisch zu erkunden und seelisches Leiden zu mindern. Das Menschenbild und die Herangehensweisen, wie Heilung erzielt werden kann, unterscheiden sich aber. In der humanistischen Psychotherapie wird der Mensch als spontanes und zielgerichtetes Wesen gesehen, das neben der Erfüllung seiner physiologischen Grundbedürfnisse, auch nach Persönlichkeitsentwicklung strebt. Dies kann nur im Austausch mit dem sozialen Umfeld erfolgen. Der Fokus ist auf das Hier und Jetzt der Therapiesituation gerichtet, was dem szenischen Denken des Psychodramas entspricht. Dieser Blick auf Problemlagen sowie die wichtigsten Strukturtheorien, das Persönlichkeitsentwicklungs- und ein Veränderungsprozessmodell werden aus Sicht des Psychodramas erläutert und mit aktionsmethodischen Mitteln erfahrbar gemacht. Ergänzt wird die humanistische Sichtweise durch den Blick auf die Grundbegriffe der Tiefenpsychologie.

Das Aufgreifen verschiedener theoretischer Sichtweisen soll in einem lebendigen Erfahrungsaustausch münden. Eigene Fallbeispiele sind willkommen.

Dieses Seminar ist Teil der Kompaktqualifikation "Humanistische Psychotherapie" (zu finden auf Seite ...), kann aber separat gebucht werden.

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden auf Wunsch beantragt. (Bearbeitungsgebühr 20,00 Euro). 

Wenn Musik ins Spiel kommt - Psychodrama begegnet Musiktherapie (243103)

Fr. 25.10.2024 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 27.10.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Thomas Blersch-Rieder

Musik und Tanz eignen sich hervorragend als ganzheitliche Starter zur Anwärmung und Vertiefung der psychodramatischen Arbeit. Wenn Klänge, Stimmen und Rhythmen auf die Bühne kommen, kann unser Rollenrepertoire „einen Schub“ bekommen und so die Entfaltung einer lebendigen Kreativität, Spontanität und Rollenflexibilität angestoßen werden. Der Spielraum der „freien musikalischen Improvisation“ und das Psychodrama- Rollenspiel ergänzen sich: die körperlich-auditive Wahrnehmung wird aktiviert und der Aktionshunger, sich nonverbal auszudrücken, nehmen zu. Gemeinsam wollen wir im freien, absichtslosen Spiel erforschen, welche Möglichkeiten die Bühne als Klangraum für die psychodramatische Arbeit bereithält. Durch Musik und Klang erleben wir unsere Ressourcen und bekommen einen direkten Zugang zu den Emotionen. Neben der eigenen Selbsterfahrung geht es darum, neue Werkzeuge kennenzulernen, die jede*r selbst einbringen und umsetzen kann. Eingeladen sind alle, die Freude an der Musik haben - mit oder ohne musikalische Vorkenntnisse.

Wechselwirkung: Rollentausch und Rollenwechsel (244209)

Fr. 01.11.2024 (14:30 - 13:00 Uhr) - So. 03.11.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Peter Bartels

Konflikte, die sich wie ein Muster wiederholen oder die sich partout nicht lösen lassen, lassen uns oft verzweifelt, zumindest aber ratlos zurück. Wenn mein*e Kontrahent*in nur nicht so starrsinnig wäre, dann ginge es mir viel besser. Aber was, wenn mein Gegenüber dasselbe von mir sagt?

Im Rollentausch mit unseren Konfliktpartner*innen können wir eigene und fremde Anteile in einem Konflikt entdecken. Der Perpektivenwechsel ermöglicht es uns, spielerisch Handlungen auszuprobieren, die zu Lösungen führen können.
Im Seminar üben und lernen wir die zentralen Techniken des Psychodramas kennen: Rollentausch und Rollenwechsel. Wir behandeln die Voraussetzungen, Varianten und Ziele von Rollenwechsel und Rollentausch und entdecken Kriterien, beide Begriffe voneinander zu unterscheiden. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, die Techniken einzuüben.

Biographische Verstrickungen (245107)

Fr. 29.11.2024 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 01.12.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Peter Wertz-Schönhagen

Unserem Bewusstsein häufig nicht unmittelbar zugänglich ist die Tatsache, dass unsere Erziehungshaltungen
und -methoden geprägt sind von unseren eigenen Erfahrungen in der Kindheit und denen der
Generationen vor uns. Es ist ein feines Gewebe von Empfindungen und oft unbewussten Gefühlen und
Erfahrungen, das uns sowohl in unserer Haltung Kindern als auch unserem »inneren Kind« gegenüber
prägt. Dabei spielt eine Rolle, ob uns Empathie entgegen gebracht wurde und ob es uns auf dieser
Grundlage möglich wurde, Empathiefähigkeit zu entwickeln.
Transgenerational sind wir in Deutschland auch hier mit dem Erbe des Faschismus kollektiv konfrontiert. Wie sehr und wie tief die nationalsozialistische Ideologie vom Umgang mit Säuglingen, Kleinkindern und Kindern uns geprägt hat, soll daher der Schwerpunkt in diesem Seminar sein. Gemeinsam erkunden wir mithilfe psycho- und soziodramatischer Handlungstechniken dieses feine Gewebe von Glaubens- und Haltungsfragen und erproben Möglichkeiten der Veränderung.

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden auf Wunsch beantragt. (Bearbeitungsgebühr 20,00 Euro). 

Gelingende Begegnung gestalten – stabilisierende Momente von Kommunikation in Ze (244212)

Fr. 06.12.2024 (14:30 - 13:00 Uhr) - So. 08.12.2024 in Stuttgart
DozentInnen: Steffen Joas

Gelingende Begegnung ist eine, bei der Menschen ihr Vertrauen ineinander bestätigen oder vertiefen können, ohne dabei konflikthafte Inhalte schlicht abzuwehren oder ‚unter den Teppich zu kehren‚. Um als Mitglieder einer Gemeinschaft unser Vertrauen zueinander und ineinander zu stärken und damit soziale Beziehungen zu stabilisieren, brauchen wir Empathie, Aufrichtigkeit, Klarheit – und nicht zuletzt auch Wissen über die Wirkungsweisen unserer Kommunikation. Das gilt eben insbesondere dort, wo wir Unsicherheiten oder Anfeindungen erleben.

Das Ziel des Workshops ist es, situativ angemessene Lösungsansätze für die Bewältigung kommunikativ herausfordernder Situationen zu erleben und zu reflektieren. Dazu wird die Möglichkeit geboten, an konkreten Beispielen wesentliche Gestaltungselemente gelingender Kommunikation zu erarbeiten, zu sichern und für künftiges Handeln verfügbar zu machen.

Körpersprache – Seelensprache - Humanistische Psychotherapie und Psychosomatik (243112)

Fr. 07.03.2025 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 09.03.2025 in Stuttgart
DozentInnen: Dorothea Ensel

Körper, Seele und Geist bilden eine untrennbare Einheit unseres menschlichen Seins. Seelisches Geschehen ist immer auch körperliches Geschehen und körperliches Geschehen auch seelisches Geschehen. Karlfried Graf Dürckheim bezeichnete die Körper-Seele-Geist Einheit als „Leib“ (Graf Dürckheim 1978). Aktueller wird von „Embodiment“ gesprochen, womit ähnliches gemeint ist: die enge Wechselwirkung von Körper, Psyche und Umwelt (Storch, Cantieni, Hüther und Tschacher 2017). Beide Konzepte sind für die humanistische Psychotherapie von großer Bedeutung, denn das Geflecht wechselseitiger Bedingungen und Entstehungszusammenhänge zwischen Körper und Seele ist so eng und unmittelbar verflochten, dass es oft nicht unterscheidbar ist, was zuerst da war. Der Körper jedoch entgleitet sehr häufig unserer Aufmerksamkeit. Dabei ist der Körper das Haus, in dem wir leben, der Speicher der Biografie, der nicht „vergisst“. Lebensgeschichte ist somit immer auch Körpergeschichte. Neben der Vorstellung verschiedener Konzepte der Psychosomatik wird die Weisheit des Körpers in der Selbsterfahrung erkundet, damit Körperdiagnostik zu einem aktiven Bestandteil der Psychodiagnostik werden kann

Dieses Seminar ist Teil der Kompaktqualifikation "Humanistische Psychotherapie" (zu finden auf Seite ...), kann aber separat gebucht werden.

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden auf Wunsch beantragt. (Bearbeitungsgebühr 20,00 Euro). 

Psychodramatisches Suchtverständnis und kreative Behandlungsmöglichkeiten (243113)

Fr. 04.04.2025 (14:30 - 13:00 Uhr) - So. 06.04.2025 in Stuttgart
DozentInnen: Nikolas Danzinger

Suchterkrankungen gehören zu den großen Herausforderungen unserer Zeit -
ob es sich um substanzbezogene Störungen (z.B. Alkoholismus, illegale Drogen) oder „moderne“ Verhaltenssüchte wie Medienabhängigkeit und Glücksspielsucht handelt. Immer mehr Menschen verlieren sich in ihrer Suche nach Glück, Rausch und Selbstoptimierung oder suchen Betäubung und Weltflucht. Was zu Beginn oftmals als Versuch der Selbstheilung zu verstehen ist, endet meist in Selbstzerstörung. Während Betroffene selbst nicht richtig hinsehen möchten und Reaktanzen entwickeln, schaut das Umfeld ebenfalls weg. Wie kaum eine andere Erkrankung ist Sucht von Schuld und Scham-Gefühlen begleitet.

Neben profunden Einblicken in Suchtformen, Suchtdynamiken und therapeutische Behandlungsmöglichkeiten wird der psychodramatischen Praxis viel Aufmerksamkeit geschenkt. Denn Psychodrama bringt wie kaum ein anderes Verfahren Bewegung in blockierte Situationen, setzt auf kreative Begegnung und ermöglicht Räume der Selbstexploration.

Traumapsychotherapie (243114)

Fr. 04.07.2025 (14:30 - 13:00 Uhr) - So. 06.07.2025 in Stuttgart
DozentInnen: Angelika Eisterer

Menschen, die ein Trauma erlebt haben, leiden häufig unter lange anhaltenden Folgestörungen. Erleben und Symptome sind nachvollziehbare Reaktionen auf eine oder mehrere existentiell bedrohliche Situationen der Vergangenheit, also "normale" Reaktionen auf "abnormale" Situationen. Aufgabe psychotherapeutischer Begleitung ist es, Menschen, die unter einer Traumafolgestörung leiden, zu helfen, wieder in ihre Kraft zu kommen, damit sie ihre Würde wieder spüren, um mit all ihren Anteilen wieder sich selbst, den anderen und der Welt begegnen zu können.

Folgende Basiskompetenzen werden im Seminar vermittelt: Was versteht man unter einem Trauma? Welche Rolle spielt der Körper bei einer Traumafolgestörung? Was ist im Einzelsetting und was im Gruppensetting mit traumatisierten Klient*innen zu beachten? Wie können Selbstheilungskräfte und Ressourcen aktiviert werden? Welche Techniken helfen den Klient*innen sich bei Auftreten von Flash-Backs oder Dissoziationen zu reorientieren?

Kleine theoretische Einheiten mit psychodramatischem Spiel und Übungen in Kleingruppen wechseln sich ab.

Dieses Seminar ist Teil der Kompaktqualifikation "Humanistische Psychotherapie" (zu finden auf Seite ...), kann aber separat gebucht werden.

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden auf Wunsch beantragt. (Bearbeitungsgebühr 20,00 Euro). 

Psychosen aus dem Schizophrenen Formenkreis auf humanistische Weise begegnen (243116)

Fr. 21.11.2025 (14:30 - 13:00 Uhr) - So. 23.11.2025 in Stuttgart
DozentInnen: Sabine Kern

Mit einer aus den Fugen geratenen Welt sind Personen konfrontiert, die von einer psychotischen Episode aus dem schizophrenen Formenkreis betroffen sind. In dieser Zeit verliert der oder die innere Regisseur*in des*der Betroffenen die Oberhoheit über die Selbstregulation, Kausalzusammenhänge können nicht mehr gezogen, das Innere nicht mehr vom Äußeren abgegrenzt werden und die Wahrnehmung lässt die betroffene Person Dinge spüren oder hören, die von anderen als Hirngespinste abgetan werden. Um diesem bizarren Erleben Sinn zu geben, werden oftmals Wahnsysteme aufgebaut, die dem Zerfall der Selbstregulation entgegenwirken sollen.
Aktuelle Theorien zur Entstehung dieses Krankheitsbildes und die diagnostischen Leitlinien werden vorgestellt sowie die Problematiken, mit denen Betroffene und deren Angehörige zu kämpfen haben, diskutiert. Möglichkeiten und Grenzen der psychodramatherapeutischen Behandlung werden ausgelotet. Eigene therapeutische Erfahrungen mit Patient*innen können eingebracht und hilfreiche Arrangements der psychotherapeutischen Behandlung erprobt werden.

Teilnahmevoraussetzungen:
Grundkenntnisse in psychodramatischer Therapie

Dieses Seminar ist Teil der Kompaktqualifikation "Humanistische Psychotherapie" (zu finden auf Seite ....), kann aber separat gebucht werden.

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden auf Wunsch beantragt. (Bearbeitungsgebühr 20,00 Euro). 

Krisen und Suizid (243117)

Fr. 23.01.2026 (14:00 - 14:00 Uhr) - So. 25.01.2026 in Stuttgart
DozentInnen: Ute von Querfurth

Eine Krise ist die Zuspitzung einer Lebenssituation, in der bekannte und gekonnte Bewältigungsstrategien nicht mehr funktionieren. Anlässe dafür können äußere und innere Veränderungen sein, Einbrüche im Lebens- und Selbstkonzept verursacht durch Verluste, traumatische Erlebnisse, Kränkungen, psychische und andere Erkrankungen oder Entwicklungsherausforderungen. Etwas greift für die betroffenen Menschen radikal in ihr Leben, Selbst- und Sinnverständnis ein und kann nicht mehr gemeistert werden. Suizid steht in diesem Kontext häufig für einen letzten Ausweg. Er ist die verzweifelte Antwort auf Sinn- und Beziehungsverlust und gleichzeitig ein Versuch, Ohnmacht zu überwinden, handlungsfähig und selbstbestimmt zu bleiben. Häufig verbergen sich in Suizidphantasien und suizidalem Handeln Lebenswünsche, manchmal aber auch toxische Beziehungsangebote. Das Sterben wird tatsächlich häufig nicht mitbedacht.

Wie kann mit Menschen in diesen existentiellen Krisen eine hilfreiche, unterstützende und annehmende Begegnung gelingen? Wie können im besten Fall Lebensmöglichkeiten eröffnet werden?

In diesem Seminar entwickeln wir mit psychodramatischen Methoden ein vertieftes Verständnis für Suizidalität und Suiziddynamiken. Wir beschäftigen uns mit diagnostischen Einschätzungen, die helfen, den Kontext und die Gefährlichkeit vorhandener Suizidalität einzuschätzen, sowie mit Möglichkeiten der Krisenintervention und Stabilisierung.


Dieses Seminar ist Teil der Kompaktqualifikation "Humanistische Psychotherapie" (zu finden auf Seite ...), kann aber separat gebucht werden.

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden auf Wunsch beantragt. (Bearbeitungsgebühr 20,00 Euro). 



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