"Ich kenne keine andere Art,

mit großen Aufgaben zu verkehren,

als das Spiel"

Friedrich Nietzsche

In: Nietzsche, Friedrich: „Nachgelassene Fragmente“ Sommer 1888

 

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Programm / Theorie

Die Philosophie Jakob L. Morenos, seine Haltung, die Theoretischen Hintergründe der Anwendung des Psychodramas in den unterschiedlichen Feldern, all das ist Grundlage für ein tieferes Verständnis der Methode Psychodrama.
Theorieseminare sind Bestandteil der Ausbildungen zur PsychodramaleiterIn/PsychodramatherapeutIn aber auch für Interessierte offen.
Das Moreno Institut Stuttgart kooperiert hier auch mit anderen Instituten in Deutschland.

Morenos Rollentheorie und der kreative Zirkel (214103)

Fr. 08.10.2021 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 10.10.2021 in Stuttgart
DozentInnen: Christoph Hutter

Im Mittelpunkt des Psychodramas steht der Blick auf unterschiedlichste Szenen im Prozess der Gruppe und auf der Bühne. Was aber sehen wir als PsychodramatikerInnen genau, wenn wir mit diesen Szenen arbeiten? Was springt uns sofort ins Auge? Was übersehen wir besonders leicht?

Moreno stellt in seiner therapeutischen Philosophie wichtige Theorien zur Verfügung, die das Fundament psychodramatischer Arbeit bilden.

Die drei großen Strukturtheorien der Soziometrie, der Rollentheorie und des „kreativen Zirkels“ geben den Blick frei auf die bestimmenden Grundmuster einer Situation. Im Seminar werden wir zwei dieser Theorien – die Rollentheorie und den kreativen Zirkel – in ihrer Bedeutung und mit ihrem praktischen Nutzen verstehen.

Wir erspielen uns in der gemeinsamen Arbeit wichtige Texte von Moreno und bringen sie in Verbindung mit Erfahrungen der TeilnehmerInnen. Daraus entsteht ein systematischer Überblick über die therapeutische Philosophie Morenos und eine Theorie des Psychodramas.

Teilnahmevoraussetzungen: Erfahrung mit Psychodrama

Soziometrie – Potenziale in Gruppen und Organisationen freisetzen (214101)

Fr. 10.12.2021 (15:00 - 14:00 Uhr) - So. 12.12.2021 in Stuttgart
DozentInnen: Georg Engelbertz

Was liegt spannungsreich oder hoffnungsvoll unter dem Teppich? Wie kann durch Aktionssoziometrie, räumliche Positionen und differenzierte Aufstellungen der Schatz an Ressourcen und gewinnbringenden Kräften in Gruppen, Teams und Organisationen gehoben werden? In den Prozessen in Teams und Organisationen sind ständig unterschwellige Kräfte wirksam, die blockieren oder auch ressourcenorientiert zur Integration genutzt werden können. Solche gruppendynamisch verborgen wirkenden Faktoren wie zentrale Bedürfnisse und Themen der Gruppe, Gefühlsströmungen, Selbst-und Fremdbilder, Einfluss und Macht, Fantasien und Wünsche und vieles mehr können wir sichtbar und somit auch bearbeitbar machen. Wenn berufliche oder private Beziehungsnetzwerke aufgeschlüsselt, in ihrer inneren Dynamik erkannt und in Bewegung gebracht werden, ist es möglich, größere Arbeits- oder Lebenszufriedenheit zu erlangen.

Hier erfahren Sie, wie Soziometrie gekonnt, reflektiert, behutsam und inspirierend angewendet werden kann. Die TeilnehmerInnen haben Gelegenheit, in Zweier- oder Kleingruppen selbst zu üben bzw. zu leiten.

In Kooperation mit dem Moreno Institut Edenkoben/Überlingen

Psychodrama im Rahmen der Humanistischen Psychotherapie (224101)

Fr. 08.04.2022 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 10.04.2022 in Stuttgart
DozentInnen: Anatoli Pimenidou

PsychodramatikerInnen spielen gerne auf der Bühne und Psychodrama ist eine der sechs Verfahren, der humanistischen Psychotherapie.
In diesem Seminar wollen wir im Wechsel von theoretischem Input und spielerischen Inszenierungen die humanistischen Methoden und die gemeinsame humanistische Basis erkunden:
A. Das humanistische Menschenbild, Krankheitsbild, psychotherapeutische Haltung und Prinzipien.
B. Die sechs humanistischen Verfahren sollen nebeneinander in ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten betrachtet werden. Und eine Kerntechnik – oder eine prominente Intervention jedes Verfahrens soll ausprobiert werden.
Jede/r TeilnehmerIn wird vorab „leicht verdauliches“ Material für ein humanistisches Verfahren bekommen, damit wir alle mit Vorkenntnissen (in Grundzügen) teilnehmen und gemeinsam – mit Lust und Engagement – experimentieren können.

Die Bühne des Alltäglichen! (224102)

Fr. 06.05.2022 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 08.05.2022 in Stuttgart
DozentInnen: Petra Nonnenmacher

„Lebenswelt kann im Bild gesprochen gesehen werden als Bühne, auf der Menschen in einem Stück in Rollen und Bühnenbildern nach bühnenspezifischen Regeln miteinander agieren; Lebenswelt ist gleichsam der Ort eines Stegreifspiels in vorgegebenen Mustern“.
- Hans Thiersch –

Ebenso wie Moreno, geht es der Lebensweltorientierten Sozialen Arbeit darum, dass der Mensch „Regisseur seines Lebens“ wird. Das von Hans Thiersch entwickelte Konzept kann sozusagen als Ausgangspunkt psychodramatischen Nachdenkens in der Sozialen Arbeit verstanden werden, mit dem ein Perspektivwandel eingeläutet wurde: weg von der „Bearbeitung“ hin zu „Lebensbewältigung“, von Segmentierung der Problemlagen zu ganzheitlicher Betrachtung, von Ausgrenzung zu Gleichheit in Verschiedenheit und von kolonialisierendem Expert*innentum zu Respekt vor den Menschen als Expert*innen ihrer eigenen Lebenswelt.
Die Verknüpfung beider Theoriekonzepte eröffnet vielfältige Lernarrangements und methodische Schätze, die den alltäglichen pädagogischen Herausforderungen eine bedeutsame Bühne bieten. Auf dieser fokussieren sich unsere Erfahrungen des Alltags wie in einem Brennspiegel und stellen vor der Kulisse der sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Moderne gleichsam die Weite von Leben und Gesellschaft dar.

Gemeinsam erspielen wir im Seminar die jeweils wichtigsten Theorieansätze beider Konzepte und ermöglichen dadurch eine philosophische Begegnung, die den lauten, schrägen, geheimen und eigensinnigen Sehnsüchten des Alltags nicht nur einen Raum, sondern eine Bühne bieten, auf der diese aus – und erlebt werden können. Neben überraschenden Denkanstößen werden wagemutig und lustvoll neue Wege und Handlungsalternativen als „Regisseur*innen unserer Welt“ begeh- und erlebbar.



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