"Wir sind alle durch die Verantwortung für alle Dinge zusammengebunden, es gibt keine begrenzte, teilweise Verantwortung."

 

J. L. Moreno

Programm / Das besondere Angebot

Das besondere Angebot
Griechische Inseln, der Bodensee oder die Kaffeehäuser in Wien. Weltweit findet das Psychodrama Anwendung.

Wir freuen uns, in diesem Jahr wieder einen besonderen Psychodramatiker und seine außerordentliche Arbeitsweise einem breitem Publikum vorstellen zu dürfen:
Yaacov Naor aus Israel. Lassen Sie sie sich von seiner inspirierenden und einfühlsamen Art anstecken.

Kreativ Fremdsprachen begegnen (219101)

Fr. 19.02.2021 (16:00 - 17:00 Uhr) - Sa. 20.02.2021 in Stuttgart
DozentInnen: Monica Baudracco-Kastner

Die Psychodramaturgie Linguistique (PDL), entwickelt von Dr. Bernard Dufeu, ist eine Methode für den Fremdsprachenunterricht, die ihre Hauptquelle im Psychodrama hat. Mit dieser Methode wird die Sprache von Anfang an mit allen Sinnen erlebt. Offene Rahmenaktivitäten stimulieren den Ausdruckswunsch und entwickeln Haltungen und Fähigkeiten (Zuhören, Spontaneität, Empathie), die den Erwerbsprozess fördern. In diesem Workshop werden sprachübergreifend einige Techniken und Elemente der PDL ausprobiert und gemeinsam reflektiert, sowie die Berührungspunkte mit dem Psychodrama analysiert. Fremdsprachenlehrer,-lernende und -interessierte können so in eine ganzheitliche Art des Lernens eintauchen und neue Impulse für das eigene Lernen und Lehren mitnehmen.

Dieses Seminar ist nicht auf die Weiterbildung Psychodrama Grundstufe/-Leitung anrechenbar.

Biographische Verstrickungen (219103)

Fr. 02.07.2021 (14:30 - 14:00 Uhr) - So. 04.07.2021 in Stuttgart
DozentInnen: Peter Wertz-Schönhagen

Unserem Bewusstsein häufig nicht unmittelbar zugänglich ist die Tatsache, dass unsere Erziehungshaltungen
und -methoden geprägt sind von unseren eigenen Erfahrungen in der Kindheit und denen der
Generationen vor uns. Es ist ein feines Gewebe von Empfindungen und oft unbewussten Gefühlen und
Erfahrungen, das uns sowohl in unserer Haltung Kindern als auch unserem »inneren Kind« gegenüber
prägt. Dabei spielt eine Rolle ob uns Empathie entgegen gebracht wurde und ob es uns auf dieser
Grundlage möglich wurde, Empathiefähigkeit zu entwickeln.
Transgenerational sind wir in Deutschland auch hier mit dem Erbe des Faschismus kollektiv konfrontiert. Wie sehr und wie tief die nationalsozialistische Ideologie vom Umgang mit Säuglingen, Kleinkindern und Kindern uns geprägt hat, soll daher der Schwerpunkt in diesem Seminar sein. Gemeinsam erkunden wir mit Hilfe psycho- und soziodramatischer Handlungstechniken dieses feine Gewebe von Glaubens- und Haltungsfragen und erproben Möglichkeiten der Veränderung.

Teil des Seminars ist eine öffentliche Abendveranstaltung mit einem Vortrag von
Dr. Rose Ahlheim, Berlin
Analytische Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin, SKEPT (Säuglings-Kinder-Eltern-Psychotherapie), Sonderschullehrerin und Autorin verschiedener Publikationen, u.a. mit Getrud Haarer: „Die deutsche Mutter und ihr letztes Kind“ (2012); mit Klaus Ahlheim: „Autonomie statt Gehorsam: Zu einer Erziehung nach Auschwitz" (2018);

Die öffentliche Abendveranstaltung findet am Freitag, 02. Juli 2021 17:00 Uhr - 21:00 Uhr in Kooperation mit der C. G. Jung-Gesellschaft Stuttgart e.V. im Hotel Silber in Stuttgart (Säulensaal der ehemaligen Gestapozentrale und heutigen Gedenkstätte und Ort historischer und politischer Bildung) statt.

Nur Teilnahme Abendverantaltung: 15,00 Euro

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden beantragt.

Sommerakademie Reichenau: "Werte - Normen - Lebenssinn" (219104)

Sa. 31.07.2021 (15:00 - 12:00 Uhr) - Mi. 04.08.2021 in Insel Reichenau
DozentInnen: Hans Benzinger

"Ein Mensch kann ohne ein Wertesystem, das einen möglichst vollständigen Überblick über seine innere und äußere Erfahrung gibt, nicht leben"
(Jakob L. Moreno 1941)

Werte entstehen ab den ersten Stunden unseres Lebens. Als Produkt unseres Zusammenlebens mit unseren Nächsten und unseren Vorbildern sind Werte für uns so zentral wie kaum ein anderer Aspekt. Sie dienen uns als Kompass im Leben. Mit unseren Werten bewandern und formen wir Gesellschaften und Gruppierungen, durchlaufen wir Lebenslagen und begenen wir Menschen. Werte sind handlungsleitend und werden für die Reflexion eigenen Handelns als Maßstab herangezogen.
Aufgrund bestehender Normen werden unsere Werte manchmal von anderen willkommen geheißen, aber manchmal eben auch abgelehnt, wenn unser Wertesystem in strakem Kontrast zu dem der anderen steht. In diesem Spannungsfeld als bewusster, wachsender mensch zu leben, den friedlichen Umgang mit unseren MitbürgerInnen dieser Welt zu lernen, die alle ihre unterschiedlichen Werte in sich tragen, ist eine herausfordernde soziale Aufgabe der Gegenwart. Dies gilt auf allen gesellschaftlichen Bühnen und über alle Generationen.
Das Zusammenleben in userer Unterschiedlichkeit, es zu schaffen, unsere Verschiedenheit zu begrüßen anstatt sie als Stein des Anstoßes zu nehmen - dies könnte Lebenssinn bedeuten. Erich Fromm (2015) sagte: "Das Leben des Menschen kann nicht gelebt werden, indem die Verhaltensmuster der Gattung einfach nur wiederholt werden; jeder einzelne muss es selbst leben."
Diese zugleich individuelle wie soziale Aufgabe birgt Risiken, aber auch Chancen, die wir gemeinsam mit den TeilnehmerInnen der Sommerakademie erforschen möchten. Wir wollen Lust machen auf die Entwicklung eigener Werte, Verständnis wecken für fremde Werte und untersuchen, inwieweit Normen kreativ neu gestaltet werden können.

Die Einladung zur Reichenau 2021 ist eine Einladung zu einer Begegnung der Menschen mit ihren Werten und Normen, sowohl den unterschiedlichen, als auch den gemeinsamen. Und sie ist eine Einladung zu der Frage, welchen Sinn wir unserem Leben geben, bzw. was und wer dem Einzelnen Sinn im Leben vermitteln kann? Welche Werte und Normen haben sich im Verlaufe des individuellen, transgenerationalen sowie globalen Lebens geändert und welche Auswirkungen hat diese Veränderung auf unsere persönliche Entwicklung.

Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg werden beantragt und können gegen eine Gebühr von 20,00 Euro vergeben werden.

In Kooperation mit dem Moreno Institut Edenkoben/Überlingen

HASS-MACHT-HÄSSLICH! LIEBE-MACHT-BLIND? (218101)

Fr. 01.10.2021 (14:30 - 13:00 Uhr) - So. 03.10.2021 in Stuttgart
DozentInnen: Judith Maschke

Dieses Seminar richtet sich an all jene, welche sich im psychodramatischen Erleben folgenden Fragen stellen wollen...

-Woher kommt Hass, auch im Internet („Cyberbullying“)?
-Wie sieht die seelische Landschaft der TäterInnen aus?
-Was hängen diese Phänomene mit Entfremdung, Sexualität, Identität und Gruppendynamik zusammen?
-Wie können wir uns und gegen Soziale Kälte, Ausgrenzung und Diskriminierung wehren?

Eigene Fragestellungen sind willkommen!