"Jede Rolle hat zwei Seiten,
eine persönliche und
eine kollektive Seite."
J. L. Moreno

"Und plötzlich weißt du: es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen, und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen"

Meister Eckhart Waren wir in der letztjährigen Sommerakademie auf der Suche nach Sinn und Inhalt von Heimat, so beschäftigen wir uns dieses Jahr damit, was es für uns bedeutet, wenn wir auf-brechen und das Altbekannte und Vertraute verlassen oder verlieren.
Was treibt uns dazu, wegzugehen? Und was passiert mit uns, wenn wir uns aufmachen, um Neues und Fremdes zu entdecken? Welche Sehnsüchte leiten uns, welche Ängste behindern oder blockieren uns dabei? Müssen wir weggehen, um letztlich mehr bei uns selbst anzukommen? In früheren Generationen war das Gefühl des Zuhause-Seins oft mit dem konkreten Herkunfts- und in diesem Sinne auch Heimat-Ortes verbunden, aus dem wir stammen.
Heute, in der postmodernen Gesellschaft und in einer globalisierten Welt, ist unser „Zuhause“ eher ein maginärer Ort, zu dem wir hinwollen und den wir suchen müssen. Dieser oft lebenslange Prozess beinhaltet eine der vielleicht wesentlichsten Suchen überhaupt: nach einer Gemeinschaft, nach Zugehörigkeit und Verbundenheit, nach innerem Einklang mit der Welt und letztlich mit uns selbst. Während diese Art der modernen „Heldinnen- und Heldenreise“ mehr selbstbestimmten Charakter hat, erleben wir einen ganz anderen Prozess von Abschied und Verlust, im besten Falle auch verbunden mit Aufbruch und Neubeginn, wenn wir verlassen, gekündigt oder vertrieben werden. Was geschieht mit uns, wenn wir unsere gewohnten, vielleicht auch geliebten Beziehungs-
Lebens- oder Arbeitszusammenhänge verlieren, die unsere Identität ausmachen?
Wie können wir solche Verluste verarbeiten und für uns positiv nutzbar machen? Mit soziodramatischen Methoden können wir für uns erleb- und einfühlbar machen, was es für Menschen bedeutet, vertrieben zu werden oder flüchten zu müssen – eine Realität, die das Schicksal von Millionen Flüchtlingen und Migranten auch in unserem Land bestimmt. Aber auch in der vom Krieg geprägten Geschichte unserer Herkunftsfamilien spielen Flucht und Vertreibung bei Vielen von uns eine Rolle, deren Folgen in unser eigenes Leben hineinreichen.

Um uns diese oft unbewusst wirksamen Zusammenhänge und Prägungen bewusst zu machen, arbeiten wir mit psychodramatischer Familienrekonstruktion und Techniken, die uns von solchen biographischen Altlasten befreien können.  

In der wunderbaren Umgebung, die wir auf der Insel Reichenau vorfinden, können wir all die genannten Aspekte unseres Themas auf der Psychodramabühne erkunden und bearbeiten. Gemeinsam machen wir uns auf eine
Reise, deren Ziel es ist, uns (noch) mehr mit uns selbst und anderen zu verbinden und bei uns und den aber auch dem/der Anderen anzukommen. 

Vortragsreferent bei der Sommerakademie 2019 zum Thema Aufbruch, Suche, Neubeginn:
Prof. Dr. med. Eckhard Frick, Professor für Anthropologische Psychologie an der Hochschule für Philosophie in München, FA für Psychosomatische Medizin, Psychiater, Psychoanalytiker, Psychodramatherapeut.



Kosten

475,00 €


Zeitraum

Sa. 27.07.2019 - Mi. 31.07.2019, 15:00 - 12:00 Uhr


Kursort


Dozent/in

Datum Zeit Straße Ort
Sa. 27.07.2019 15:00 - 21:30 Uhr   Insel Reichenau - Seminarraum
So. 28.07.2019 09:00 - 19:00 Uhr   Insel Reichenau - Seminarraum
Mo. 29.07.2019 09:00 - 19:00 Uhr   Insel Reichenau - Seminarraum
Di. 30.07.2019 09:00 - 19:00 Uhr   Insel Reichenau - Seminarraum
Mi. 31.07.2019 09:00 - 12:00 Uhr   Insel Reichenau - Seminarraum