"Jede Rolle hat zwei Seiten,
eine persönliche und
eine kollektive Seite."
J. L. Moreno

Modul 1: Bindungsstörungen, Trennung / Scheidung und Angst

Bindungsstörungen, emotionale Probleme bei Trennung und Scheidung der Eltern sowie unterschiedliche Ängste gehören mit zu den häufigsten Gründen von Familien eineN TherapeutenIn oder ErziehungsberaterIn aufzusuchen. Diagnostik, Psychoedukation, die Entwicklung eines Krankheitsverständnisses sowie dessen Integration und schrittweise Veränderung im Familiensystem sind Teile des therapeutischen Prozesses, die durch kindermonodramatische Figurenarbeit und Stegreifspiel anschaulich werden. Die Visualisierung auf der Tischbühne mit Handpuppen oder mit Stühlen im Raum erlaubt Kindern und Eltern emotionale Distanzierung und einen Blick von außen auf die familiäre Dynamik. Dies ermöglicht neue Sichtweisen und kann – im Spiel - zu kreativen, neuen Lösungen anregen. Im Seminar werden Grundlagen der Störungsbereiche dargestellt sowie an Fallbeispielen die kindermonodramatische Vorgehensweise illustriert. In Kleingruppen haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit anhand eigener Fallbeispiele zu üben.

Modul 2: Störungsspezifisches Monodrama bei Trauma, Gewalt und sexuellem Missbrauch

Traumatisierungen bei Kindern können sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen. Gerade bei komplexen Beziehungstraumatisierungen ist es den Kindern nicht möglich ihre Belastungen in Worte zu fassen. Traumatisierte Kinder zeigen sich oft in ihrer Spielfähigkeit eingeschränkt oder neigen dazu traumatische Erfahrungen auf der Symbolebene immer wieder zu reinszenieren.
In diesem Modul werden Grundlagen zu Traumafolgestörungen vermittelt. Zusätzlich werden die Störungsbilder von Kindern, die Gewalt erleben mussten und/oder von sexuellem Missbrauch betroffen sind, vorgestellt. Die Persönlichkeitsentwicklung dieser Kinder ist oft dadurch gekennzeichnet, dass unterschiedliche Selbstanteile relativ unverbunden sind und zum Teil bereits Täterintrojekte und Täterstrategien entstanden sind.
Anhand von Fallbeispielen wird gezeigt, wie im Kindermonodrama mit diesen Störungsbildern gearbeitet werden kann. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte der Kinder zu aktivieren und eine Bewältigung des Erlebten zu ermöglichen, sowie die Integration der Selbstanteile bei Kräftigung der Selbststeuerung zu unterstützen.

Modul 3: Störungsspezifisches Kindermonodrama bei Schulproblemen, Schulabsentismus, Enuresis und Enkopresis

Psychische Störungen verursachen per Definition einen großen Leidensdruck beim Patienten und im Familiensystem. Bei Schulproblemen sowie Störungen der Ausscheidung kommt in der Regel noch ein großer Druck von außen auf Kinder und Eltern hinzu: „Das Kind muss zur Schule gehen!“ oder „Das Kind muss endlich trocken werden!“ Zugrundeliegende interpsychische sowie intrapsychische Prozesse werden hingegen wenig gesehen oder sind nicht bewusstseinsfähig. Mittels kindermonodramatischer Techniken (Figurenarbeit, Handpuppenspiel, Stehgreifspiel) können Bedürfnisse, Affekte sowie familiensystemische Aspekte verdeutlicht werden und sowohl in der Arbeit mit dem Kind als auch mit Eltern und Bezugssystem veranschaulicht. Anhand von Fallbeispielen besteht die Möglichkeit kindermonodramatisches Arbeiten kennenzulernen und selbst in Kleingruppen auszuprobieren.

Modul 4: Störungsspezifisches Kindermonodrama bei Aggression, geringem Selbstwert, Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen

Die Arbeit mit Kindern, die aggressive Impulse ausagieren und dissoziale Verhaltensweisen zeigen, ist herausfordernd. Im therapeutischen Setting ist die Behandlungsmotivation, Compliance und der Leidensdruck dieser Kinder oftmals zunächst gering. Und es gibt Kinder, die eine Selbstwertproblematik eher nach innen gerichtet verarbeiten, sich sozial zurückziehen, sich selbst abwerten oder depressive Entwicklungen nehmen. Auch für diese Kinder ist die Hürde sich auf ein kinderpsychodramatisches Spiel einzulassen zunächst sehr hoch.
In diesem Modul werden Störungsbilder anhand von Fallbeispielen veranschaulicht und wie kindermonodramatisch ein spielerischer Zugang ermöglicht werden kann. Es wird gerade bei den aggressiv und /oder dissozial agierenden Kindern insbesondere darum gehen, inwieweit Erwachsene im Kindermonodrama Grenzen setzen und wahren können. Es geht um den Umgang mit der starken Übertragung von Affekten, die auch destruktiv auf sie ausgerichtet sein können, wie man sie geschützt wahrnimmt und Interventionen dazu im spontanen Spiel auf der Handlungsebene umsetzen kann.

Es können Fortbildungspunkte der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt werden.

In Kooperation mit dem Moreno Institut Edenkoben/Überlingen



Kosten

880,00 €


Zeitraum

Fr. 27.03.2020 - Sa. 23.01.2021, 14:00 - 17:00 Uhr


Kursort


Dozent/in

Datum Zeit Straße Ort
Fr. 27.03.2020 14:00 - 21:00 Uhr Marker Allee 9 Malterser Werke Hamm
Sa. 28.03.2020 09:00 - 17:00 Uhr Marker Allee 9 Malterser Werke Hamm
Fr. 19.06.2020 14:00 - 21:00 Uhr Marker Allee 9 Malterser Werke Hamm
Sa. 20.06.2020 09:00 - 17:00 Uhr Marker Allee 9 Malterser Werke Hamm
Fr. 02.10.2020 14:00 - 21:00 Uhr Marker Allee 9 Malterser Werke Hamm
Sa. 03.10.2020 09:00 - 17:00 Uhr Marker Allee 9 Malterser Werke Hamm
Fr. 22.01.2021 14:00 - 21:00 Uhr Marker Allee 9 Malterser Werke Hamm
Sa. 23.01.2021 09:00 - 17:00 Uhr Marker Allee 9 Malterser Werke Hamm